Lacoma am Ostsee ?

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Bereits 1996 wurde für das Stadtgebiet ein Landschaftsplan aufgestellt, der die Prioritäten der Stadtentwicklung aus Sicht von Naturschutz und Erholung beschreibt. Er schlug den Erhalt des Lacomaer Teichgebietes und den Status "Naturschutzgebiet" vor. Neben dem von Fürst Pückler angelegten Branitzer Park werden die Lacomaer Teiche als "kulturhistorisch geprägte Bereiche mit höchster Wertigkeit für Natur und Image der Stadt" dargestellt. Allerdings ist ein L-Plan nicht rechtsverbindlich und wurde daher in den bisherigen Abwägungen geringer als die Interessen des Bergbaus bewertet. (Zu den verschiedenen Verfahren siehe "die Landschaft")

Im Rahmen der Internationalen Bauaustellung (IBA) Fürst-Pückler-Land schrieb die Stadt Cottbus im Jahr 2000 einen europaweiten Ideenwettbewerb aus, der sich mit der künftigen Gestaltung des durch den Tagebau Cottbus-Nord entstehenden Sees ("Cottbus am Ostsee") befasste. Der hochrangige IBA-Workshop "Werkstatt für neue Landschaften" im September 2001 sollte auch für diesen "Cottbuser See" weiteren Ideeninput bringen. Die Fachleute forderten jedoch erst einmal eindringlich den Erhalt von Lacoma: "...muß das Thema Lacoma und Lacomaer Teiche in den Vordergrund des planerischen Interesses gerückt werden. Die zu erhaltenden Ortsteile und umliegenden Landschaften von Schlichow, Dissenchen, Merzdorf und Lacoma bilden mit der Stadt Cottbus ein stadt- und landschaftsräumliches Netzwerk, das die Basis der notwendigen Planungsschritte am Westufer des zukünftigen Sees darstellt."
Mit dem im Oktober durchgeführten Studentenworkshop an der Cottbuser TU gab es kurz darauf ein weiteres internationales Plädoyer für Lacoma.



Die italienische Architektin Paola Cannavó gewann einen ersten Preis beim Internationalen Ideenwettbewerb zur Zukunft des "Cottbuser Sees". Vom 12. bis 19. Oktober organisierte sie an der Cottbuser Universität einen Studentenworkshop - ebenfalls zum Thema Ostrand der Stadt Cottbus. Hier Auszüge aus einem Interview für die niedersorbische Wochenzeitung NOWY CASNIK (10.November 2001):

"... Der Workshop gehört zum Travelling ERASMUS Programm. Solche Treffen machen wir dreimal im Jahr, eins in Cottbus, zwei in anderen europäischen Universitäten. Die Lehre verbinden wir mit einem aktuellen Problem, hier der Entwicklung des Ostrandes von Cottbus. Wir wollen mit Ideen helfen, Probleme zu lösen. In einer Woche ein Projekt von Anfang an bis zur Präsentation zu bearbeiten, das ist auch für die Studenten etwas besonderes. Natürlich bleibt dabei nicht die Zeit, alles mit den Behörden auszudiskutieren.

Werden die Ergebnisse trotzdem Einfluß auf die Realität haben?
Als wir unsere Ideen präsentiert haben, waren auch Vertreter der Stadtverwaltung anwesend und haben uns versprochen, unsere Vorschläge intensiv zu prüfen. Außerdem geben wir sie demnächst als Broschüre heraus. Und vielleicht können wir uns auch an der nächsten Ausstellung der Internationalen Bauausstellung "Fürst-Pückler-Land" beteiligen.

Heute wurde unter anderem die Idee eines Lacoma-Parks vorgestellt. Ist so etwas realistisch?
Unsere Studenten haben sich klar für einen Erhalt von Lacoma ausgesprochen. Sie wollen das Gebiet als eine Art Park schützen und bekannt machen. Das ist sehr realistisch, im Grunde besteht er für uns schon. Wir haben uns die Landschaft ja selbst angeschaut und dort sind alle Potentiale vorhanden. Es ist nur sehr wenig Input nötig, um sie zu entwickeln. Heute, wo nirgends ausreichend Geld vorhanden ist, ist es allgemein sehr wichtig, besonders mit schon vorhandenen Potentialen zu arbeiten. Lacoma ist dafür eine gute Möglichkeit.

Die Stadt Cottbus hat ja einen Ideenwettbewerb zur Zukunft des "Cottbuser Ostsees" durchgeführt und Sie haben den ersten Preis gewonnen. Der heutige Workshop hat ein ähnliches Thema. Wie ist beides verbunden?
Eigentlich hat das einne mit dem anderen nichts zu tun. Ich habe auch sehr darauf geachtet, mich persönlich hier eher mit der Organisation zu befassen. Ich habe also nicht mit Hilfe der Studenten meine eigene Arbeit vorangebracht, der Lernprozess zählt.

Wie wird es nach dem Ideenwettbewerb weitergehen?
Die Stadt hat sich ja für drei erste und zwei zweite Preise entschieden. Ich möchte das nicht bewerten. Im nächsten Jahr soll dann aus allen diesen das eigentliche Konzept entwickelt werden, das in einen "Masterplan" münden soll. Die Vorstellungen der Preisträger sind allerdings sehr unterschiedlich. Zum Beispiel hat mein Entwurf vorgeschlagen, zwischen Stadt und See einen gewissen Freiraum zu behalten. Andere Gewinner haben genau diesen Raum intensiv beplant. Das zusammenzubringen wird, fürchte ich, ein langer Prozess.
..."

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