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Bericht von der Sitzblockade
am 30.7.2002
Am 30.7. sollte der Transport des
Dichtwandgerätes vom fertiggestellten Südabschnitt durch
das Dorf Lacoma nach Norden erfolgen, um dem Teichgebiet dort im
Verlaufe der nächsten Jahre das Wasser endgültig
abzugraben.
Etwa 25 Menschen blockierten ab morgens um acht die
Trasse, auf der der Dichtwandbagger an seinen neuen Einsatzort
gefahren werden sollte. Die Verantwortung für den Transport
hatte die Laubag an die Baufirma Nowotnik abgegeben. Erst gegen
mittag begann die Räumung. Nach den obligatorischen drei
Aufforderungen wurden die Demonstranten an den Rand der Trasse
getragen. Drei von ihnen, die sich wiederholt vor den Bagger
setzten, wurden für die Dauer des Transportes
festgenommen.
Obwohl der Bagger nicht aufgehalten werden konnte,
haben alle Beteiligten sie als Erfolg gewertet. Nicht zuletzt weil
das Klima entspannt geblieben war. Ein Vertreter der Demonstranten
informierte Transportfirma wie Polizei freundlich über das
Anliegen der gewaltfreien Aktion. Deshalb ging von keiner der drei
Seiten Agression oder Unfreundlichkeit aus. Lediglich
Laubag-Vertreter waren zeitweise eindeutig
mißgestimmt. Sehr motivierend war auch die spontane
Untterstützung mancher Anwohner und Passanten. So gesellten
sich noch kurz vor der Räumung zwei Naturfreunde zu uns, die
eigentlich nur spazierenfahren wollten, und mussten später
benfalls von der Polizei weggetragen werden. Bewohner des
Nachbarhauses sorgten für musikalische Begleitung. Dazu
mußte extra ein Notstromaggregat installiert werden, denn die
Stromversorgung des Dorfes war für die Zeit des Transportes
unterbrochen. Die Sitzblockade wurde mit Reggae unterlegt und als
sich der Maschinenkonvoi im gespenstischen Schrittempo auf der
gerade freigeräumten Trasse in Bewegung setzte, mußte er
Beethovens fünfte Sinfonie über sich ergehen lassen.
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