Lacoma schriebs 08/03

Die Ereignisse in und um Lacoma überschlagen sich in diesem Sommer. Deshalb hier einen "Schriebs" in Kurzform.

Der 30.September rückt immer näher, und damit der Kündigungstermin vieler Häuser in Lacoma einschließlich unserer Kulturscheune. Für die Bewohner der betroffenen Häuser und damit die Mehrheit der derzeitigen Einwohner heißt das, in den nächsten Wochen ihren Umzug vorzubereiten.
Ich habe zwar Grund zur Hoffnung, daß ein Abriß in letzter Sekunde noch abgewendet werden kann. Aber jeder muß ja eine sichere Wohnung haben. Verständlicherweise steht da manchem nicht mehr der Sinn nach Protestaktionen, wenn er sein ganz persönliches Stück Lacoma nun verlassen muß. Ein Ende des Widerstandes, insbesondere für das Teichgebiet, wird das aber auf keinen Fall bedeuten. Aktionen und Veranstaltungen werden nun allerdings noch mehr von Menschen getragen werden müssen, die nicht selbst im Dorf wohnen.

Viel Kraft und unerschütterlichen Optimismus wünscht uns
René Schuster, 10.8.2003

Und hier nun die guten und schlechten Neuigkeiten ganz konkret:

Vattenfall will hart bleiben

Der Kohlekonzern Vattenfall hat auf die Anfrage der Grünen Liga im Braunkohlenausschuß geantwortet, daß er an den ausgesprochenen Kündigungen für Häuser in Lacoma zum 30.9. festhalten will.
In der BKA-Anfrage war ausgeführt worden, das dem Pumpenriegel, mit dem der vorzeitige Abriß der Häuser begründet wurde, die Genehmigung vom Umweltamt nicht erteilt wurde. Er kann demnach frühestens im Frühjahr 2004 im Rahmen des wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens genehmigt werden.
Vattenfall erwiderte in einem auffällg kurzen Schreiben, man sei "mit der Stadt Cottbus intensiv im Gespräch" und habe "die begründete Hoffnung, daß die notwendigen Bescheide noch zeitnah erteilt werden." Wie das rechtlich möglich sein soll, bleibt offen. Eine Klage gegen den gültigen Bescheid ist nicht eingereicht worden, ebensowenig wie ein neuer Antrag, teilte mir das Umweltamt auf telefonische Anfrage mit. Damit ist die Stadt Cottbus inzwischen gar nicht mehr zuständig. Blufft Vattenfall nur, um erneut Tatsachen zu schaffen?

Lacoma will laut bleiben

Der Lacoma-Verein wird den September als möglicherweise letzten gemeinsamen Monat der Bewohner für eine Reihe Kultur- und Protestveransstaltungen nutzen. Das Programm findet Ihr unter "Angebote".

Holz-Christus geht in die Oberkirche

Die Christusfigur, die Piotr Jankowiak auf dem diesjährigen Schnitzersymposium "Grenzenlos für die Lausitz" in Lacoma geschaffen hat, wird in der Cottbuser Oberkirche ihren Platz finden. Der Gemeindekirchenrat begrüßt die Möglichkeit, Ausstellungsort für die 3 m hohen Figur zu sein.

Vertragsverletzungsverfahren endlich eröffnet

Die Lausitzer Rundschau berichtete am 4.August, das die Europäische Kommission nunmehr das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen Nichtmeldung der Lacomaer Teiche als FFH-Gebiet eröffnet hat. Daran konnte auch der Besuch eines Brandenburger Staatssekretärs zu "klärenden Gesprächen" in Brüssel nichts mehr ändern. Die Naturschutzverbände begrüßen, daß damit endlich verbindlich auf ihre Beschwerde reagiert wurde. Allerdings wird das Verfahren weiterhin eine langwierige Sache sein und mit Sicherheit nicht mehr in diesem Jahr entschieden.

Cottbuser Studenten für Lacoma

Das Präsidium des Studentenparlaments der Cottbuser Universität hat in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien in einem Beschluß den Erhalt Lacomas gefordert.

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