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Lacoma goes Potsdam
Es gibt eine bekannte Fernsehsendung, bei der jeweils zwei Parteien eine Dreiviertelstunde live miteinander diskutieren. Die Redaktion interessierte sich auch für Lacoma und versuchte Befürworter und Gegner der Abbaggerung zu einer solchen Sendung einzuladen. Der Termin stand fest, aber plötzlich fiel alles wieder aus. Denn Vattenfall wie Umweltministerium fühlten sich dieser Art von (gleichberechtigter) Diskussion vor der Öffentlichkeit offensichtlich nicht gewachsen. Für uns stand die Frage: Lassen wir uns einfach so totschweigen ? Es blieb nur die Flucht nach vorn: Wir beschlossen quasi über Nacht, anstelle der Sendung am 18. September nach Potsdam vor die Staatskanzlei zu ziehen, um uns und Lacoma bemerkbar zu machen. Gewagt war es schon, mit nur einer Woche Vorlauf eine Protestaktion in einer anderen Stadt zu organisieren. Das Ganze fand schließlich noch in den Semesterferien statt und zu gänzlich unstudentischen Uhrzeiten, denn von Cottbus aus war Abfahrt um 7:00 Uhr angesagt. Also bibberte ich dem Donnerstag morgen entgegen, in der Hoffnung, dass wir die 30-Teilnehmer-Marke übertreffen würden und wehrte mich vergeblich gegen die Bezeichung "Demo", die von allen Seiten auf mich einstürzte. Na gut, waren wir eben eine Demo. Das fiel umso leichter zuzugeben, als wir entgegen aller schlechter Erfahrung plötzlich mit 50 fröhlichen und hochmotivierten Menschen durch die Stadt unseres Landeshauptes zogen.
Das kreative Potential Lacomas war dabei nicht zu übersehen: Am Wochenende war eine neue, tragbare Holzkonstruktion entstanden, die unserem Marsch durch die Innenstadt etwas prozessionshaftes verlieh. Vier Recken waren nötig diese symbolhafte Tat zu vollbringen, denn schließlich ist Lacoma kein Ort der Styroporbildhauer. Es folgte die wendische Fahne, jede Menge Transpis und nicht zuletzt eine wandernde Fotoausstellung, die interessierten Potsdamern einen Eindruck von Lacoma geben sollte. Im Gehen war das zwar schwierig, aber unser halbstündiger Zwischenstop auf dem Platz der Einheit gab Gelegenheit das eine oder andere Gespräch mit Passanten.
Während Herr Platzeck gerade in Polen osterweiterte, erreichten wir die Staatskanzlei und übergaben Abteilungsleiter Heinemanns einen Stein aus den Trümmern des Hauses Dorfstrasse 4. Damit war bewiesen, dass sich die Regierung an Lacoma die Finger schmutzig gemacht hat. Ob und wem der gute Mann unsere Forderungen tatsächlich weitergeleitet hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Aber Lacoma ist wieder Gesprächsthema. Und zur Protestwanderung am 28.9. um 14:30 Uhr in Lacoma wollen und müssen wir dann Hunderte sein. Danke an alle die in Potsdam dabei waren. Und: Kommt am 7.Oktober wieder! (aus: Lacoma Schriebs 09/03) zurück zur Archivübersicht |
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