Die Protestwanderung am 28.September
(von Vera Oostinga)

Viele hatten sich versammelt. Etwa 300 Menschen beteiligten sich an dem Sonntagnachmittag an der Wanderung durch die Teichlandschaft bei Lacoma. Die Präsenz jedes Einzelnen dabei unterstützte die allgemeine Forderung nach dem Erhalt des Landschaftsschutzgebietes südlich des Hammergrabens. Der Graben selbst, der als technisches Denkmal aus dem 18. Jahrhundert ein hohes Kulturgut darstellt, kennzeichnet derzeit eine Grenze. Eine Grenze zwischen Aufbau und Abbau, zwischen Wachheit und Taubheit, zwischen dem sorbischen Dorf Lacoma und seinen Teichen und dem Tagebauloch Cottbus-Nord.

Leiser Protest bestimmte den Charakter des gemeinsamen Weges im Teichgebiet. Auf schmalen Pfaden erstreckte sich die Menschenmenge vermeintlich durch die gesamte Landschaft. Ihr Ende fand die Protestwanderung hinter dem Hammergraben Richtung Tagebaukante. Nachdem man das Wehr überquert, eröffnet sich dort der Schriftzug L A C O M A. Die überdimensionierten Buchstaben wurden von polnischen und deutschen Holzbildhauern und anderen Künstlern als Gemeinschaftsprojekt realisiert und von ihnen an Ort und Stelle aufgestellt. Am Hammergraben als Blickfang für Baggerfahrer, Vattenfallmitarbeiter und erkundungsfreudige Besucher soll die Installation zukünftig an wechselnden Orten auch in der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregen.

Den Tag gestaltete weiterhin ein Vortrag von Klaus Hugler aus Potsdam, der über sein Gespräch mit Julia Hill berichtete, die mit ihrer zweijährigen Baumbesetzung gegen die Abholzung der ältesten Bäume der Welt protestierte. Musikalisch wurde der Aktionstag durch den abendlichen Auftritt des wendischen Chores Lužica beendet.

Ein Tag, an dem vor allem Gemeinschaft zählte.

Was für ein gutes Gefühl.


 

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