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Die
Proteste am 7.Oktober 2003
Die Proteste gegen die geplanten
Grundstücksübergaben am 7.10. waren sehr medienwirksam und
im wesentlichen ein Erfolg. Zwischen 8 und 10 Uhr waren die
Grundstücksübergaben für die gekündigten
Häuser von Vattenfall anberaumt worden. Quer über die
Bundesstrasse spannten Aktivisten von Robin Wood bei einer
Kletteraktion ein Transparent mit der Aufschrift "Kultur statt
Kohle, Lacoma statt Vattenfall". Weiteres unter www.robinwood.de Auf dem
Grundstück der Kulturscheune hielten sich etwa 100 Menschen
auf, um gegen den drohenden Abriß zu protestieren, etwa 10 von
ihnen hatten sich die beiden Dächer gesetzt. In der Scheune
lauschte das Publikum der Musik des "Gelben Wahnfried",
der sich spontan zu einem Soli-Auftritt entschlossen hatte. Die
Vattenfall-Vertreterin mußte akzeptieren, dass der Verein die
Übergabe des Grundstückes 15 verweigerte, da er die
Kündigung nicht anerkennt. Zwei weitere Grundstücke wurden
ihr von den bisherigen Nutzern übergeben. Danach hätte die
Übergabe der Kulturscheune auf dem selbstgeschriebenen Plan
gestanden. Doch zur Verblüffung aller anwesenden
Protestierenden und Pressevertreter schlich sich die
Vattenfall-Delegation regelrecht durch die Hintertür des Hofes
13 davon. Kurz darauf wurde das übergebene Gebäude durch
die Vordertür wieder von einer Gruppe Menschen in Nutzung
genommen. Der Verein hatte noch am Tag zuvor Vattenfall darum
gebeten, den Übergabetermin 10:00 Uhr zu einem Gespräch
über einen eventuellen Aufschub des Abrisses zu nutzen. Nun
wurden Konsumgebäude, Kaffee und Kuchen, die dafür
bereitstanden, umgewidmet zu einem gemeinsamen Pressegespräch
von Lacoma-Verein, Grüne Liga, Robin Wood und der
Aktionsgruppe, die gerade das Haus 13 besetzt hatte. Letztere
machten deutlich, dass sie kein sinnvolles Nutzungskonzept seitens
Vattenfall erkennen könnten und selbst eins anbieten wollen.
Sie luden die anwesende Presse ein, in zwei Wochen erneut das
Grundstück zu besichtigen.
Die Tage
danach Am Morgen des 9.Oktober war der Verein dann durch
die Rechtslage doch gezwungen, Kulturscheune und ehemaligen Konsum
offiziell abzugeben. Das bedeutete aber nur, dass der weitere
Widerstand auf diesem Grundstück jetzt nicht mehr vom Verein zu
verantworten ist, sondern von jedem einzelnen Protestierenden
persönlich. Die Stromversorgung des Grundstückes wurde
inzwischen abgeklemmt. Ganz anders ist die Lage am Haus Nr. 15. Hier
hat der Verein am Sonnabend beim Amtsgericht Cottbus eine
einstweilige Verfügung gegen den Abriß erwirkt, die
Rechtmäßigkeit der Kündigung wird angezweifelt und
muß vermutlich in einem Räumungsklageverfahren
geklärt werden.
Begegnung
der dritten Art
Am Freitag (10.10.)
nachmittag kam es noch zu einem Zwischenfall, weil von Vattenfall
11 militant aussehende Security-Gestalten ins Dorf geschickt
wurden, um die übergebenen Häuser in Besitz zu
nehmen. Dank Telefonkette und Filmkamera kam es zu
keinem Versuch, die Häuser zu "erobern" (Räumen
darf nämlich nur die Polizei.) Da sich
die Wachschützer gar nicht schriftlich legitimieren konnten, mußte
Herr Kretschmer von Vattenfall vor Ort
erscheinen. Nach erfolglosen Versuchen, die Menschen vom Kulturscheunengrundstück zu bitten,
verlegte er sich auf Zuckerbrot und Peitsche:
Das Angebot zu Gesprächen über Ausweichobjekte für die Kulturscheune
außerhalb Lacomas wurde erneuert und ein Ultimatum gestellt, am
Montag morgen die Abrißarbeiten nicht zu behindern. Der Lacoma-Verein hatte
allerdings bereits vor einem Jahr beschlossen, sich den Widerstand nicht
abkaufen zu lassen. Auch die Besetzer der Grundstücke Kulturscheune
und Haus 13 werden sich vermutlich so entscheiden,
da es ihnen nicht nur um einen Veranstaltungsraum
geht, sondern vor allem um die Lacomaer Teichlandschaft.
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