Vattenfall in Lacoma von Polizei gestoppt
Konzern zeigte völlige Inkompetenz beim Schutz der Rotbauchunke
(Pressemitteilung der Grünen Liga vom 10.12.2004)

Bei Bauarbeiten in Lacoma bei Cottbus wurde heute im Auftrag der Kohleunternehmens Vattenfall zum wiederholten Male Winterquartiere streng geschützter Tierarten teilweise zerstört. Anwohner riefen die Polizei, die die Arbeiten stoppte.

Streitpunkt ist die Beseitigung von Sand- und Bauschutthaufen, in denen nachweislich hunderte Rotbauchunken und andere geschützte Amphibien den Winter verbringen. Bereits im März hatte das Umweltamt Cottbus im Auftrag von Vattenfall begonnene Arbeiten gestoppt, nachdem Winterquartiere der Rotbauchunke bereits teilweise zerstört wurden. Die Arbeiten hätten danach im Sommerhalbjahr problemlos erfolgen können und waren von den Umweltbehörden bereits genehmigt. Doch Vattenfall wartete erneut, bis sich die geschützten Tiere zum Überwintern zurückgezogen hatten. Am Donnerstag morgen begann dann ein Bagger, die Erdmassen mitsamt darin verkrochenen Tieren zu entsorgen.
"Falls das nicht Absicht war, dann ist es Inkompetenz pur. Wenn derselbe Konzern behauptet, Ersatz- und Umsiedlungskonzepte für die Rotbauchunke entwickeln zu können, ist das einfach lächerlich." sagt René Schuster von der Grünen Liga.

Am selben Tag fand in der Messehalle Cottbus ein Erörterungstermin mit Grundeigentümern der Spreeaue statt. Dort will Vattenfall unter anderem Rotbauchunken künstlich ansiedeln, um die geplante Abbaggerung der Lacomaer Teiche durch den Kohletagebau auszugleichen. Zahlreiche Gundeigentümer hatten Einwände gegen das Vorhaben eingebracht. Die im September gegründete Bürgerinitiative "Spreeaueneigentümer für die Lacomaer Teiche" vereint Grundeigentümer in beiden Gebieten, die ihre Grundstücke Vattenfall nicht zur Verfügung stellen wollen.


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