Neue Tagebaue in der Lausitz würden mehrere Dörfer bei Cottbus zerstören
Grüne Liga warnt mit Postwurfsendung Einwohner von Kahren und Umgebung
(Pressemitteilung der Grünen Liga vom 23.2.2005)

Der Naturschutzverband Grüne Liga Brandenburg lehnt den Neuaufschluß von Tagebauen in der Lausitz strikt ab. Nach Äußerungen der Gewerkschaftsspitze der IGBCE in der letzten Woche strebt der Lausitzer Braunkohlenbergbau langfristig den Aufschluß neuer Tagebaue im Süden von Cottbus an. Dies würde vermutlich die Umsiedlung des Cottbuser Stadtteils Kahren mit 1300 Einwohnern bedeuten. Mit einer Postwurfsendung informierte die Grüne Liga die Bewohner des Ortsteils gestern über die Äußerungen des Lausitzer Gewerkschaftsführers Freese und forderte eine Wende in der Energiepolitik.

"Es ist eine Anmaßung, wenn Herr Freese von neuen Tagebauen spricht, ohne dazuzusagen, welche Dörfer dafür umsiedeln müßten. Wir halten es für unsere Pflicht, die Betroffenen darüber zu informieren." sagt René Schuster, der die Grüne Liga im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg vertritt. Es ist schon sehr erstaunlich, wie diese Pläne zuerst außerhalb der betroffenen Region Cottbus publik gemacht wurden. In der Sächsischen Zeitung vom 15.Februar 2005 wurde der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) Ulrich Freese zitiert, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates von Vattenfall Europe Mining: "Perspektivisch muss man über den Aufschluss neuer Tagebaue nachdenken" so Freese. Mögliche Abbaufelder sieht er im Süden von Cottbus sowie zwischen Guben und Lieberose. "Da liegt noch Kohle ohne Ende."

Das bedeutet im Klartext, die schon zu DDR-Zeiten angedachten Abbaugebiete "Cottbus-Süd" und "Jänschwalde-Nord" würden ausgekohlt. Das wäre das Todesurteil für die Orte Haasow, Koppatz und Kahren. Sollte stattdessen das Abbaufeld "Bagenz-Ost" gemeint gewesen sein, träfe dasselbe Schicksal die Orte Bagenz und Kolonie Bloischdorf. Das Kohlefeld Bagenz-West würde die Umsiedlung von Auras, Klein Döbbern, Oelsnig sowie Groß Oßnig erfordern. Beim Abbaufeld Jänschwalde-Nord würde der Tagebau direkt bis an Kerkwitz, Grabko und Atterwasch heranreichen.

Damit würden die schlimmsten DDR-Planungen einer maximalen Landschaftszerstörung doch noch wahr. "Das kann nicht die Antwort des 21.Jahrhunderts auf die Frage nach der Sicherung des deutschen Energiehungers sein. Wir fordern alle Bürger der Region auf, aktiv der Wende hin zu einer zukunftsfähigen Energewirtschaft mitzuwirken. Der Wechsel zu einem Öko-Stromanbieter ist ein Schritt, den jeder Verbraucher gehen kann." so Schuster. Dies ist durchaus bezahlbar und nutzt auch der regionalen Wirtschaft. Schon jetzt sichern erneuerbare Energien etwa 2000 Arbeitsplätze in Südbrandenburg, und die Tendenz ist steigend.
 
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