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Am Morgen des 1. Juli 2005 musste der Lacoma e.V. die letzten beiden von ihm zwischengenutzten Grundstücke an Vattenfall übergeben. Sie wurden sofort abgerissen. Etwa 100 Menschen demonstrierten friedlich gegen den Abriß, der nach ihrer Auffassung einer Entscheidung über die Teichlandschaft vorgreift. Zu dieser Kundgebung war auch Elisabeth Schroedter, Mitglied des Europäischen Parlaments angereist, ebenso wie zahlreiche Vertreter regionaler Medien. Gleichzeitig konnten drei Aktivisten trotz starker Präsenz von Polizei und Wachschutz spontan das Dach der Scheune besetzen, einer der drei sogar aufgrund einer Knieverletzung sogar mit Krücken! Die Polizei musste die drei mit einer Hebebühne vom Dach holen, während sich aus der Demonstartion heraus eine spontane Sitzblockede vor der Scheune bildete, die ebenflls von der Polizei aufgelöst wurde.
"Was hier geschieht ist Unrecht! Es ist, um Hermann Scheer aus dem Lacoma-Film zu zitieren, vielleicht legal aber mit Sicherheit nicht legitim. Es ist nicht legitim, dieses Dorf zu zerstören, bevor rechtsstaatliche Instanzen entschieden haben, ob hier jemals ein Braunkohlebagger arbeiten darf. Jedes einzelne Haus, das vor einer Entscheidung über die Teichlandschaft abgerissen wurde, ist ein Armutszeugnis für Vattenfall. Wer Angst hat vor jedem Hof, in dem sich Leute treffen könnten, die dieses Dorf mögen, der kann sich seiner Sache gar nicht so sicher sein. Und tatsächlich ist es so, dass mal wieder keiner so recht weiß, wie lange sich das Planfeststellungsverfahren zur beantragten Beseitigung der Lacomaer Teiche eigentlich noch hinziehen wird, bis eine Entscheidung fällt. So langwierig und kompliziert hat man sich das bei der LAUBAG im Mai 2002 mit Sicherheit nicht vorgestellt, als man den Antrag eingereicht hat. Der Kampf um die Lacomaer Teichlandschaft geht weiter und er hat gute Chancen. Auch das Dorf wird heute nicht ganz verschwinden. Ihr habt beim Herkommen gesehen, das einzige Haus, dass hier in den letzten zwanzig Jahren richtig neu gebaut wurde, ist immer noch da. Und wir haben, das kann ich an dieser Stelle auch verkünden, ab heute als Verein einen Nutzungsvertrag für ein kleines Grundstück, zwar ohne Wohnnutzung, aber eine denkbare Ausgangsbasis für weitere Vereinsarbeit. Aber wir können mit allen diesen drei Lichtblicken nicht schönreden, dass wir heute etwas verlieren. Die Häuser in Lacoma waren Heimat. Sie waren Heimat für die Menschen, denen sie gehörten, bis sie unter dem Druck der DDR-Staatsorgane verkaufen mußten. Aber nicht nur das. 13 Jahre lang waren sie Heimat für Experimente, für Veranstaltungen, für Kulturarbeit, für Idealismus. Sie waren Treffpunkt für Menschen aus aller Welt. Ich entsinne mich, dass die Häuptlinge der Diné-Indianer hier zu Gast waren, dass polnische Holzkünstler hier ein und aus gingen. (...) Es waren hunderte, vermutlich sogar tausende Menschen, denen unser Lacoma der letzten 13 Jahre etwas gegeben hat. Immer wieder sind da Besucher ganz spontan länger geblieben, manche für eine Woche und andere für Jahre. Heute wird hier Heimat zerstört. Und ich sehe schon wieder die Vattenfall-Pressestelle mit grenzenloser Arroganz verbreiten, sie hätten doch angeboten, ein Ersatzobjekt zu bezahlen, aber das hat der Lacoma e.V. ja abgelehnt. Unser Verein verliert heute ein großes Stück seiner äußerlichen Heimat, aber er wird weiterbestehen und er wird sich nicht verkaufen, sondern seine innere Heimat behalten. (...) Wir lassen uns nicht mundtot machen in irgendeiner Abhängigkeit oder verordneten Dankbarkeit zu denen, die unsere Heimat zerstören. Wir wollen weiter Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems. Und das in kultureller wie in ökologischer Hinsicht. Ein ganz kleines, dafür ganz konkretes Stück dieser Lösung muß heute unbedingt genannt werden: Seit Jahren rufen wir als Lacoma e.V. dazu auf, dass Stromkunden zu Ökostromanbietern wechseln. Das tun wir auch heute noch und ich denke, die Bedeutung des Stromwechsels ist gerade jetzt wieder gestiegen. Wenn bundespolitisch unter dem Druck der Stromkonzerne schon über eine Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nachgedacht wird, müssen wir natürlich alles uns mögliche dagegen unternehmen. Aber auf ein Ergebnis verlassen dürfen wir uns nicht. Die bewußte Kaufentscheidung als Kunden wird uns keine Bundesregierung mehr wegnehmen können. Deshalb möchte ich es mal so sagen: Jeder der das nicht befürwortet, was Vattenfall hier heute tut, und die Kohlewirtschaft trotzdem noch jeden Monat über seine Stromrechnung finanziert, der hat noch nicht zuende gedacht. Und falls sich jemand fragt, wie er uns unterstützen kann, dann sollte das der erste Schritt sein: Gebt diesen Leuten kein Geld mehr! Und sagt es weiter, damit in 15 Jahren kein Stromkunde mehr einen Baggerfahrer dafür bezahlt, Dörfer wie zum Beispiel Rohne abzureißen!"
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