Gegenantrag zur Vattenfall-Hauptversammlung am 29.6.2005

Aus folgenden Gründen beantragt der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V., Köln, den Vorstand nicht zu entlasten:

1. Verunsicherung über neue Tagebaue
Jeder der fünf von Vattenfall betriebenen Braunkohlentagebaue hat schon mehrere Lausitzer Dörfer gefressen - und diese Zerstörung von gewachsenem Siedlungsraum soll immer weiter gehen. Neben den schon konkret ins Visier genomenen sorbisch-deutschen Dörfern Rohne, Mulkwitz, Mühlrose und Teilen von Schleife (Tagebau Nochten in Nordsachsen) gibt es inzwischen Spekulationen über weitere Tagebaue bei Cottbus in Brandenburg. Hier könnte zum Beispiel der Cottbuser Stadtteil Kahren mit 1000 Einwohnern betroffen sein. Vattenfall wies solche Gedankenspiele nicht etwa klar zurück, sonden will sich ausdrücklich alle diese Optionen offen halten! In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass Vattenfall bei der Privatisierung der Lausitzer Kohleunternehmens bereits ein Vorkaufsrecht an allen großen Kohlefeldern in der Lausitz übertragen wurde.
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2. geplante Zerstörung geschützter Landschaft bei Cottbus
Vattenfall hätte längst auf die Inanspruchnahme der Lacomaer Teichlandschaft bei Cottbus durch den Tagebau Cottbus-Nord verzichten müssen. Es wären Vorkehrungen zu treffen gewesen, den Tagebau geordnet auslaufen zu lassen. Für betroffene Beschäftigte im Tagebau wären soziale Lösungen zu erarbeiten, bei denen betriebsbedingte Entlassungen vermieden werden.
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3. Umgang mit Betroffenen und Andersdenkenden
Der Vorstand hätte dafür Sorge zu tragen, dass beim Umgang mit Kritikern oder vom Bergbau Betroffenen Provokationen vermieden werden. Der Leiter Bergschäden / Umsiedlungen J. Kretschmer und ggf. weitere Verantwortliche, die dem Ruf des Unternehmens auf diesem Gebiet nachhaltig geschadet haben, wären aus dem Unternehmen zu entfernen gewesen. Verschiedene Vorfälle der vergangenen Monate und Jahre haben zu beachtlichen Imageproblemen für Vattenfall Europe Mining geführt.
drei Beispielfälle hier
Sämtliche dort aufgeführten Vorfälle fallen offenbar in die Zuständigkeit vom J. Kretschmer. Sie sind für ein modernes Großunternehmen nicht akzeptabel. Daher muß das Management personelle Konsequenzen ziehen!

 

Aktionärinnen und Aktionäre der Vattenfall Europe AG, die mit der Vernichtung wertvoller Naturreservate und gewachsener Kultur nicht einverstanden sind, können ihre Stimmrechte übertragen an den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Telefon 0221-5995647, www.kritischeaktionaere.de.